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Gastroenterologie

Pankreaskarzinom: Diagnose

Pankreaskarzinom

Definition

Das Pankreaskarzinom ist ein maligner Tumor, der aus dem exokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse entsteht (kann auch vom endokrinen Pankreas ausgehen - siehe unten).
Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einem endokrinen Anteil, der Hormone freisetzt (u.a. 60% Insulin) und einem exokrinen Anteil, der Verdauungssäfte produziert.
Pathologisch meist Adenokarzinom des exokrinen Pankreasgangsystems (80-85%), selten vom endokrinen Pankreas (Inselzellkarzinom) ausgehend; frühe lymphogene und hämatogene Metastasierung.

Ursachen
  • Rauchen
  • Ernährung (hohe Aufnahme von Nitrosaminen)
  • erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetiker
Epidemiologie

Inzidenz: 10/100.000/Jahr. In den USA und einigen europäischen Ländern ist es nach Lungen-, Dickdarm- und Brustkrebs bereits das vierthäufigste Karzinom. (siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)

Wie entsteht Krebs?

  • Entwicklung bösartiger Zellen
  • unkontrolliertes Wachstum der Tumorzellen
  • Aussaat ("Metastasierung") von Tumorzellen

(Details siehe Kapitel Chemotherapie)

Stadien Pankreaskarzinom
T
Primärtumor
T x
Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T 0
kein Hinweis für einen Primärtumor
T 1
Tumor auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt
T 2
direktes Einwachsen des Tumors in Zwölffingerdarm, Gallengang oder das umliegende Bindegewebe
T 3
direktes Einwachsen des Tumors in Magen, Milz, Dickdarm oder angrenzende große Gefäße
N
regionäre Lymphknoten
N x
regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden
N 0
keine regionären Lymphknotenmetastasen
N 1
regionäre Lymphknotenmetastasen
M
Fernmetastasen
M x
Fernmetastasen können nicht beurteilt werden
M 0
Fernmetastasen nicht nachweisbar
M 1
Vorliegen von Fernmetastasen
Metastasierung
  • Leber
  • Lunge, durch Wachstum rund um die Nerven oft starke Schmerzen
Genetik

Genetische Ursachen derzeit nicht bekannt

Karzinome des exokrinen Pankreas

Histologie und Lokalisation

In der Mehrzahl (wenig differenzierte) Adenokarzinome, selten andere Formen. Lokalisation in 70-80% der Fälle im Pankreaskopf, prinzipiell aber in jedem Teil des Pankreas möglich.

Symptome

Bedingt durch die retroperitoneale Lage keine echten Frühsymptome. Erstsymptome wie Schmerzen (oft unklare Rückenschmerzen!), Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsabnahme uncharakteristisch und meist Ausdruck einer lokal fortgeschrittenen Erkrankung. Oft Diagnose erst beim Auftreten von Ikterus, Aszites, Oberbauchtumor oder Lebervergrößerung. Bei Diagnose Tumor in weniger als 20% auf Pankreas beschränkt.

Diagnostik

Klinische Untersuchung

  • Aszites
  • Ikterus
  • palpabler Tumor
  • Courvoisiersches Zeichen (schmerzlos vergrößerte, palpable Gallenblase bei gleichzeitig bestehendem Ikterus durch chronischen Verschluss des Ductus choledochus infolge Tumorkompression)
  • Lebervergrößerung als Zeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung

Labor

  • Blutbild
  • Amylase
  • Lipase
  • BZ
  • g-GT
  • AP
  • GPT
  • CHE
  • Bilirubin
  • Tumormarker: CA-19-9, CEA

 
Bildgebende Verfahren

  • Sonographie des Oberbauches
  • Spiral-CT des Abdomens (Diagnostik der Wahl)
  • MRCP (Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie)
  • in Ausnahmefällen selektive Angiographie (Zöliakographie, Splenoportographie)
  • CT- oder sonographiegesteuerte Punktion des Tumors - präoperative Laparoskopie bei potentieller Resektabilität

Differentialdiagnose
Prognose

Bei Diagnosestellung im Frühstadium und radikaler Operationstechnik (pyloruserhaltende Duodenopankreatektomie) bis zu 30% dauerhafte Heilungen möglich. Bei Diagnose in einem fortgeschrittenem Stadium schlechte Prognose.
Unbehandelt liegt die mediane Überlebenszeit bei 3-6 Monaten, nach 1 Jahr leben weniger als 10%.
Einzig durch Operation des auf den Pankreas beschränkten Karzinoms Verbesserung der Überlebenszeit auf ca. 25% nach 1 Jahr, ca. 20% nach 2 Jahren und 5% nach 5 Jahren möglich.

Karzinome des endokrinen Pankreas

Sehr selten. Diagnose meist über endokrin bedingte Störungen. Bei Fehlen von klinischen Symptomen Diagnose oft erst in fortgeschrittenen Stadien.

Insulinom
  • in der Mehrzahl Inselzellhyperplasie oder -adenom, in ca. 10% maligne
  • klinische Diagnose über Hypoglykämie
Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom)
  • Gastrin-produzierende Tumoren, in ca. 60% maligne
  • Diagnose über rezidivierende Magen-Duodenal-Ulzera

Karzinoid

Karzinoid-Syndrom mit Flush (durch Bradykinin?) und Durchfällen (durch Serotonin), meist in fortgeschrittenen Fällen mit Lebermetastasen

Verner-Morrison-Syndrom (VIPom)

Starke Diarrhöen durch Produktion von intestinal aktiven Peptiden (VIP = vasoactive intestinal peptide)

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Letztes Update:2 März, 2009 - 08:54